Useum – Information

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Erkunden, Begreifen, Nutzen / Explore, Understand, Use Das USEUM ist ein Projekt zur Vermittlung von Wissen, (Er-)Kenntnis, Kompetenz, Kreativität und Können. Es lehnt sich an die Vor-Formen des Museums, die Wunderkammer, an und erweitert / transponiert / transportiert diese ins 21. Jahrhundert indem es die gegenwärtige technologische Kultur nicht einfach als selbstverständlich hin nimmt, sondern als (etwas) Wunderbares begreift. Das Staunen über die Artefakte und Auswirkungen der unseren Alltag prägenden technischen Revolution(en) bildet aber nur den Einstieg, den Türöffner für das Begreifen und Erkunden von Ursprüngen und Zusammenhängen.

 

Das USEUM hinterfragt die kleinen und großen Innovationen der Kommunikationsmedien und -techniken, gibt sich nicht mit oberflächlichen Werbesprüchen und (Heils-)Versprechen zufrieden, sondern will wissen, woher die (in Kursen und den Ausstellungsräumen gezeigten) Dinge kommen, und in welchem Zusammenhang sie mit anderen (Dingen) und Entwicklungen stehen. Der vielleicht wichtigste Aspekte des USEUMs ist, dass die traditionelle museale Distanz zu den Exponaten aufgehoben wird und diese zur aktiven Nutzung bestimmt sind – selbst wenn es sich um rare oder einmalige Objekte / Artefakte handelt.

Diesen generellen Unterschied zum tradierten Museumsbegriff soll der Name USEUM verdeutlichen. Die Exponate werden genutzt um die Entwicklung von Theorie und Erkenntnis um das handfeste Element des Begreifens im doppelten Wortsinn zu erweitern.

Die Objekte werden nicht speziell für die Interaktion mit dem Publikum überarbeitet. Vielmehr handelt es sich um alltägliche Apparate, Automaten, Werkzeuge und Verfahren aus verschiedenen Zeitabschnitten des vergangenen Jahrhunderts, denen in einem veränderten Kontext neue Möglichkeiten zur schöpferischen Nutzung entlockt werden: Der angestaubte OHP / Tageslichtprojektor wird so zu einer Wunderlampe, die der alten Laterna Magica einiges voraus hat, denn er bietet zugleich eine Bühne für frei gestaltetes Schattentheater. Ebenso gut kann er (der Projektor) als flexibles Belichtungsinstrument für ein analog / digitales Fotolabor eingesetzt werden, bei dem fast ausgestorbene fotografische Verfahren und Materialien gemeinsam mit computer-generierten Bildern zum Einsatz kommen. Ein ausgemusterter Bürokopierer mutiert zur instantanen Filmkamera für nicht lineares Kopf-Kino und Stop-Motion-Projekte oder wird gleich zum Mischpult für visuelles Sampling. Auch als Verknüpfungen zu traditionellen Drucktechniken wie Radierung, Lithografie und Silk-Screen ist der kreative Output des Automaten bestens geeignet. Selbst ein alter Laserdrucker aus dem Keller bietet noch ein reichhaltiges Potential für die bildnerische Gestaltung und produziert – wenn man weiß wie – Drucke, die einmalige Unikate sind.

Diese und andere Nutzungsmöglichkeiten lernen die Besucher bei der Führung durchs USEUM kennen sowie in kleinen und großen Workshops, Kursen, Gesprächen und Experimentalvorträgen. Die Räume von Makroscope und USEUM dienen zugleich als Ausstellungs- und Veranstaltungsräume für künstlerische Projekte verschiedenster Art.