Konzert: Lazzaro, N, Graneg Sandpapier
In der Abenddämmerung des 20. April zeigen Ana Ott und die Mülheimer Zòngtage experimentellen Folk, Ambient und elektroakustische Avantgarde.
Einlass 18 Uhr, Eintritt 10 Euro
Lazzaro (Geraldine Vanspauwen)
Unter dem Namen Lazzaro bewegt sich Geraldine Vanspauwen an der Grenze zwischen Ambient und intuitivem Songwriting und erkundet die Überschneidungen zwischen Poesie, rohem Lärm und experimentellem Folk. Geleitet von einer anhaltenden Liebe zu intimen Tonbandaufnahmen und Loops, gefundenen Klängen, Träumen und Tagebüchern, greifbaren Texturen, zerbrechlichen und eindringlichen Stimmen... entsteht eine ätherische und doch physische Klanglandschaft. Derzeit tritt sie solo (Gitarre, Stimme, Tape Decks und andere elektroakustische Instrumente) und mit den Bands Zemlya (Schlagzeug, Stimme) und Sergeant (Gitarre, Stimme) auf und moderiert eine monatliche Radiosendung, Unburdened Bones, auf Kiosk Radio. Sie lebt in Brüssel.
N (Hellmut Neidhardt)
N ist einer der prominentesten deutschen Drone/Ambient-Künstler - er ist seit den frühen 1990er Jahren aktiv und hat mehr als 50 Platten veröffentlicht. N's Drone/Ambient-Stil geht mitunter über Drone hinaus, mit einer Art von dunkler und manchmal seltsamer Improvisation. Sehr einzigartig und vielleicht so, als ob N's Gitarre von einem seltsamen Zauberer durch einen Computer verstümmelt worden wäre. Das Hauptaugenmerk liegt auf der vibrierenden Verbindung zwischen seiner Gitarre und der Elektronik, wobei die verschiedenen Klangschichten wie Drähte in der Luft zwischen den beiden Verstärkern hängen, selbst in den Momenten höchster Dichte.
Graneg Sandpapier (Alexis „Schlax“ Ludwig)Selbstentwickelte Synthesizer und andere Effekte sind die Basis für das Bühnenprogramm von Graneg Sandpapier, einer Kunstfigur, die seit 2018 kontinuierlich weiterentwickelt wird. Neben diesen Geräten kommen bei den Performances quer durch den Raum gespannte Stahlseile und eine halbakustische Gitarre mit Klavierhämmern zum Einsatz. Umgeben von Fundstücken wie Steinen, Grashalmen oder zertrümmerten Schlagzeugteilen werden mit Samples Klanglandschaften erzeugt, die an maschinenartige Drones oder flirrende Insektenschwärme erinnern. Spracheinlagen (live oder als Sample) reagieren auf gesellschaftliche Themen, bieten aber keine Lösung an. Alles ist improvisiert, folgt Mustern und ist jedes Mal anders.